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D I E M O N D L Ü G E 0,0017-prozentige Chance auf Landung War der gigantische Sprung für die Menschheit doch nur ein winziger Schritt? Verschwörungstheoretiker sind davon überzeugt, dass die Mondlandung gefälscht ist. Ausgedacht! Nichts weiter als eine Filmproduktion à la Hollywood. In den "wilden" sechziger Jahren griffen der Traum des "American Way of Life" und der Glaube an den technischen Fortschritt um sich.
Denn bis dahin führten die Russen das Wettrennen ins All souverän an: 1957 schickten sie mit "Sputnik" den ersten Satelliten in den Weltraum. Die USA konnten diesen Erfolg erst einige Monate später mit ihrem "Explorer 1" ausgleichen. 1961 lagen die Russen mit Jurij Gagarin wieder vorn. Er war der erste Mensch, der ins All flog. Den Amerikaner gelang dies erst rund ein Jahr später mit John Glenn. Erst auf die letzte Sekunde konnte das Versprechen des 1963 ermordeten Kennedys dann doch noch eingehalten werden. Das Apollo-Programm führte die Amerikaner 1969 als erste auf den Mond. Das Wettrennen war gewonnen, der anfängliche Rückstand wettgemacht. Der damals amtierende Präsident Richard Nixon bewertet das Ereignis gar als den "wichtigsten Tag in der Geschichte der Menschheit seit der Schöpfung." Seitdem kursieren die Verschwörungstheorien. Einer Umfrage zufolge
glauben mittlerweile rund 20 Millionen Amerikaner, dass die Mondlandung
nie stattgefunden hat. Risiken und Nebenwirkungen Um die Mondlandung ranken sich Ideen, die Anhänger des Verschwörungswahns beglücken: 1. Die Amerikaner wollten den Wettlauf mit den Russen natürlich
gewinnen - egal wie, das steht außer Frage. Um ihr Ziel zu erreichen, sei
die Mondlandung schließlich kinolike inszeniert worden. Das umjubelte
Ereignis hatte zudem günstige Nebenwirkungen: Die NASA sparte einige
Kosten und die Regierung konnte vom Vietnam-Krieg ablenken.
Andere zweifeln sogar an, dass ein Mensch jemals auch nur einen Fuß auf den staubigen Boden des Mondes gesetzt hat. Alle der Apollo 11-Mission folgenden Mondlandungen seien ebenfalls vorgetäuscht. 2. Eine fantastischere Verschwörungsvariante stellt die beliebte Frage "Sind wir allein?". Demnach hätten Armstrong und seine Kollegen Außerirdische auf dem Mond gesehen. Das Gespräch zwischen den Astronauten, das dies belegen soll, sei abgehört worden - von sowjetischen Wissenschaftlern. Lange Schatten und Gummibänder Für die Beweisführung der Mondlüge werden Wissenschaftler herangezogen,
die Fernseh- und Fotoaufnahmen im Detail in Augenschein nehmen und
interpretieren.
Die Beantwortung einer Frage wird von den Verschwörern jedoch weitestgehend außer Acht gelassen: Wie wurde die Schwerelosigkeit imitiert? Hingen die Astronauten an Gummibändern? Das Schöne an Verschwörungstheorien ist, dass sie meist an einem Punkt
ansetzen, an dem tatsächlich zumindest ein Fünkchen Unsicherheit besteht
und ein Nachweis nicht immer ganz lückenlos zu erbringen ist.
Petra Märlender
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