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28. Dezember 2000 PROGRAMM AKTUELL  |  VORSCHAU  |  LESERBRIEFE

 
 
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0,0017-prozentige Chance auf Landung

War der gigantische Sprung für die Menschheit doch nur ein winziger Schritt? Verschwörungstheoretiker sind davon überzeugt, dass die Mondlandung gefälscht ist. Ausgedacht! Nichts weiter als eine Filmproduktion à la Hollywood.

In den "wilden" sechziger Jahren griffen der Traum des "American Way of Life" und der Glaube an den technischen Fortschritt um sich.

Verschwörung: War die Mondlandung gar nicht echt?
Verschwörung: War die Mondlandung gar nicht echt?
US-Präsident John F. Kennedy verkündete 1961, dass Amerika noch vor Ende des Jahrzehnts auf dem Mond landen werde - und den Russen somit zuvorkommen werde: Der Gong zur Einleitung einer weiteren Runde im Kalten Krieg und eine zu dem Zeitpunkt wagemutige Aussage.

Denn bis dahin führten die Russen das Wettrennen ins All souverän an: 1957 schickten sie mit "Sputnik" den ersten Satelliten in den Weltraum. Die USA konnten diesen Erfolg erst einige Monate später mit ihrem "Explorer 1" ausgleichen. 1961 lagen die Russen mit Jurij Gagarin wieder vorn. Er war der erste Mensch, der ins All flog. Den Amerikaner gelang dies erst rund ein Jahr später mit John Glenn.

Erst auf die letzte Sekunde konnte das Versprechen des 1963 ermordeten Kennedys dann doch noch eingehalten werden. Das Apollo-Programm führte die Amerikaner 1969 als erste auf den Mond. Das Wettrennen war gewonnen, der anfängliche Rückstand wettgemacht. Der damals amtierende Präsident Richard Nixon bewertet das Ereignis gar als den "wichtigsten Tag in der Geschichte der Menschheit seit der Schöpfung."

Seitdem kursieren die Verschwörungstheorien. Einer Umfrage zufolge glauben mittlerweile rund 20 Millionen Amerikaner, dass die Mondlandung nie stattgefunden hat.
Die Wahrscheinlichkeit für das Gelingen des Unternehmens sei schon damals - von der NASA selbst - ausgerechnet worden und mit 0,0017 Prozent recht gering ausgefallen, wird Bill Kaysing als einstiger Mitarbeiter der NASA auf einer der Verschwörungs-Sites im Netz zitiert. Nur einer der Hinweise, dass etwas nicht stimmen kann.

Risiken und Nebenwirkungen

Um die Mondlandung ranken sich Ideen, die Anhänger des Verschwörungswahns beglücken:

1. Die Amerikaner wollten den Wettlauf mit den Russen natürlich gewinnen - egal wie, das steht außer Frage. Um ihr Ziel zu erreichen, sei die Mondlandung schließlich kinolike inszeniert worden. Das umjubelte Ereignis hatte zudem günstige Nebenwirkungen: Die NASA sparte einige Kosten und die Regierung konnte vom Vietnam-Krieg ablenken.
''Man on the Moon'': Nur im Studio?
DPA
"Man on the Moon": Nur im Studio?
Diese Verschwörungstheorie besagt, dass für die Zuschauer eine unbemannte Rakete ins All geschickt wurde. Die Außenaufnahmen auf der Mondoberfläche seien dann inklusive des kleinen großen Schrittes in einer unterirdischen Anlage in der Wüste Nevadas gedreht worden. Und damit keiner der beteiligten Astronauten plaudern würde, seien diese einer Gehirnwäsche unterzogen worden.

Andere zweifeln sogar an, dass ein Mensch jemals auch nur einen Fuß auf den staubigen Boden des Mondes gesetzt hat. Alle der Apollo 11-Mission folgenden Mondlandungen seien ebenfalls vorgetäuscht.

2. Eine fantastischere Verschwörungsvariante stellt die beliebte Frage "Sind wir allein?". Demnach hätten Armstrong und seine Kollegen Außerirdische auf dem Mond gesehen. Das Gespräch zwischen den Astronauten, das dies belegen soll, sei abgehört worden - von sowjetischen Wissenschaftlern.

Lange Schatten und Gummibänder

Für die Beweisführung der Mondlüge werden Wissenschaftler herangezogen, die Fernseh- und Fotoaufnahmen im Detail in Augenschein nehmen und interpretieren.
Durch die Analysen, so scheint es, sind einige Unstimmigkeiten an den Tag gekommen:
So erstrahlt die amerikanische Flagge auf einigen Aufnahmen ungewöhnlich hell, obwohl alles andere im Schatten liegt. (Aber wer vermag ein bisschen Manipulation an den Bildern schon verurteilen. Man soll doch sehen, wer sich dort oben zuerst verewigt hat.)
Beweis: Auffällig helle Farben
NASA
Beweis: Auffällig helle Farben
Auf einigen Fotos seien keine Sterne zu sehen. Auf Grund der fehlenden Atmosphäre müssten die jedoch auch bei Tag zu sehen sein. Auf anderen Fotos wiederum seien die Schatten der Astronauten zu lang und in dem bekanntesten Bild "Man on the Moon" spiegelt sich in Aldrins Helm ein schwebendes Objekt.

Die Beantwortung einer Frage wird von den Verschwörern jedoch weitestgehend außer Acht gelassen: Wie wurde die Schwerelosigkeit imitiert? Hingen die Astronauten an Gummibändern?

Das Schöne an Verschwörungstheorien ist, dass sie meist an einem Punkt ansetzen, an dem tatsächlich zumindest ein Fünkchen Unsicherheit besteht und ein Nachweis nicht immer ganz lückenlos zu erbringen ist.
Der Stoff für Verschwörungstheorien wird auf jeden Fall nicht ausgehen. Als nächstes Event ist - spätestens zum 50. Jahrestag der Mondlandung im Jahre 2019 - die Marslandung vorgesehen, so plant es die US-Raumfahrtbehörde - vielleicht ja in Zusammenarbeit mit Hollywood?

Petra Märlender




K O N T E X T I M   I N T E R N E T

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